Moderne Gleichnisse

Titel: LOST: Bring mich heim Sinnsuchergeschichten

Autor/in: Thomas Meyerhöfer

Wertung: 3 Sterne

Auf seinem YouTube Kanal spricht Thomas Meyerhöfer mit ganz unterschiedlichen Menschen, die Spannendes erlebt oder ein schweres Schicksal bewältigt haben. Auch in diesem Buch geht es um Menschen, die dem Autor über den Weg laufen. Er greift Erlebnisse aus seinem Alltag auf, und sucht darin nach einer tieferen Wahrheit. Der gläubige Christ schreibt dabei so, dass sich auch kirchenferne Menschen angesprochen fühlen können.

Die 39 Kurzgeschichten in diesem Buch können unabhängig voneinander gelesen werden. Mal geht es um eine Beobachtung im Bus, ein anderes Mal um eine Erfahrung auf dem Campingplatz. Immer wieder tauchen die geliebten Enkelkinder des Autoren auf, und auch das Thema Corona kommt zur Sprache. Zu jedem Kapitel gibt es ein ganzseitiges schwarz-weiß Foto. Insgesamt ist es ein Buch, das man gern in der Hand nimmt, um darin zu blättern.

Der Schreibstil ist unerwartet salopp und jugendlich, das passt irgendwie nicht zum 60jährigen Autor. Mancher Witz und die teils nonchalante Rede von Gott irritiert. Stellenweise fällt es schwer den Gedanken des Autors zu folgen, sie wirken abgehackt. Doch vielleicht stören sich andere Leser nicht daran und finden diesen Erzählstil gerade ansprechend. Es ist wohl als Buch gedacht, das man einem Zweifler in die Hand drücken kann, jemandem, der die Botschaft braucht: Auch wenn es dir gerade dreckig geht, Gott ist da, er lässt dich nicht allein, weil er dich liebt. Bibelverse, die in den Texten erwähnt werden, übersetzt der Autor gleich in seine eigene moderne Übersetzung.

Der Autor litt jahrelang unter Depressionen, auch das kommt zur Sprache, doch eher am Rande. Doch die Erfahrung, dass es sich lohnt Gott trotz Zweifel zu vertrauen, dringt durch. Mehrere Geschichten handeln auch von der christlichen Hoffnung von einem Leben nach dem Tod.

Fazit: Nette Geschichten, die Alltägliches mit dem christlichen Glauben verbinden, und damit Trost für schwere Tage bieten. Für Menschen, die den Glauben kennen, bietet es vermutlich wenig Neues, es könnte jedoch kirchenfernen Menschen vermitteln, dass Gott vertrauenswürdig ist, auch wenn die äußeren Umstände schwer sind.