Kein Kind sollte so aufwachsen müssen

Titel: Aufstehen, Kilt richten, weiterkämpfen: Wie das Drama meiner Kindheit zur Berufung meines Lebens wurde

Autor/in: John McGurk

ISBN: 9783775159319

Wertung: 4 Sterne

Der Schotte John McGurk wächst als Drittältester von acht Geschwistern in der Industriestadt Glasgow auf. Sein Vater ist Alkoholiker und oft gewalttätig. Seine Mutter ist überfordert von der großen Kinderschar und häufig Opfer von häuslicher Gewalt. Die Kinder werden vernachlässigt; es fehlt nicht nur an Nahrung, sondern vor allem an Geborgenheit und Zuwendung.

Als die Mutter die Familie verlässt, dauert es nicht lange, bis die Kinder abgeholt und in verschiedene Kinderheime gebracht werden. Hatten sie bis dahin wenigstens einander, leiden sie sehr unter der Auflösung ihrer Familie.

Für John ist seine Zeit in den Institutionen Schottlands die Hölle auf Erden. Der Leiter seines Kinderheims ist unfreundlich und aggressiv. Wegen den kleinsten Verfehlungen, werden die Jungen des Heims brutal geschlagen.

Schließlich kommt seine Befreiung. Er darf als Teenager zu seiner Mutter ziehen, die mit einem neuen Partner zusammenlebt. Er macht eine Ausbildung und geht anschließend zum Militär. Auf diesem Weg findet er auch zu seiner neuen Wahlheimat, Deutschland.

In einer depressiven Phase, als er unter den Wunden seiner Vergangenheit leidet, erlebt er im Traum ein Ruf Gottes. Er erkennt, dass eine Aufgabe auf ihn wartet. Sein großes Herz drängt ihn dazu, sich für die vielen leidenden Kinder dieser Welt einzusetzen. Vom Opfer wird er zum Retter.

Aber wie kann ein Einzelner helfen? Seine Antwort ist das Laufen. Er organisiert Benefiz-Veranstaltungen und Marathonläufe, um Projekte zu unterstützen, die benachteiligten Kindern zugutekommen. Im Jahr 2013 wird er mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Trotz seines Alters, läuft der 1961 geborene Schotte weiter. Aus den Trümmern seiner Kindheit ist etwas Wundervolles entstanden.

Die erste Hälfte des Buchs erzählt von der Kindheit des Autors. Der Leser leidet mit bei der Beschreibung der Lieblosigkeit und Gewalt, die John McGurk erleben muss. Im zweiten Teil des Buchs geht es um sein weiteres Leben. Nach einer kurzen Schilderung seiner Ausbildungs- und Militärzeit, wird aus der Autobiographie ein Art Ratgeber, voller motivierenden Gedanken. Dazu erfährt der Leser einiges über die Wohltätigkeitsarbeit des Autors.

John McGurk ist seine Gottesbeziehung wichtig. Mehrmals betont er, dass er eine eigene Art hat seine Religion zu leben. Über diesen Weg erfährt der Leser jedoch nicht viel. Er erzählt vor allem von Träumen, die eine besondere Bedeutung für ihn haben. In seinen Träumen begegnen ihm mal Maria, mal der Engel Gabriel. Diese Erlebnisse sind wichtige Wendepunkte in seinem Leben.

 

Fazit: Es ist bewundernswert, was mit Gottes Hilfe und Entschlossenheit aus einer zerbrochenen Kindheit entstehen kann. Der Bruch zwischen den Erlebnissen aus der Kindheit des Autors und seiner jetzigen Tätigkeit stört den Lesefluss, aber davon abgesehen ist dieses Buch sehr empfehlenswert für alle, die sich für Lebensgeschichten und den Einsatz unter Benachteiligten interessieren.